Ein Frage des Fingerspitzengefühls gegenüber dem Öffentlichen Träger der Jugendhilfe
Programm
Wenn Kostenbeiträge ausbleiben, entscheidet ein rechtssicheres Forderungsmanagement darüber, ob Ihre Einrichtung ihre Ansprüche tatsächlich durchsetzt oder ob Forderungen dauerhaft ausfallen.
In der Kinder- und Jugendhilfe entstehen fortlaufend Zahlungsansprüche, etwa Kostenbeiträge nach den §§ 91 bis 94 SGB VIII für teilstationäre und stationäre Leistungen sowie Teilnahme- und Kostenbeiträge nach § 90 SGB VIII. Diese Ansprüche sind öffentlich-rechtlicher Natur und werden regelmäßig durch Bescheid festgesetzt und über die Verwaltungsvollstreckung beigetrieben. Wer die Systematik dieser Vorschriften kennt, kann Beiträge korrekt heranziehen, Bescheide bestandskräftig gestalten und Zahlungsrückstände frühzeitig konsequent bearbeiten.
Die praktische Herausforderung liegt in der Abgrenzung. Öffentlich-rechtliche Forderungen folgen anderen Regeln als privatrechtliche Ansprüche, sowohl bei der Festsetzung als auch bei Verzinsung, Mahnung und Beitreibung. Fehlerhafte Bescheide, versäumte Fristen oder unklare Zuständigkeiten führen zu vermeidbaren Ausfällen und binden Personal.
Hinzu kommt der Umgang mit wirtschaftlich schwierigen Fällen. Zwischen der Pflicht zur vollständigen Einziehung und dem sozialrechtlichen Auftrag entstehen Zielkonflikte, die rechtssichere Entscheidungen über Stundung, Niederschlagung und Erlass erfordern.
Sie lernen in diesem Live-Webinar, das Mahnverfahren rechtssicher zu führen, Säumniszuschläge und Verzugszinsen korrekt zu berechnen und die Zwangsvollstreckung strukturiert einzuleiten. Sie erhalten praxistaugliche Kriterien für den Umgang mit zweifelhaften und uneinbringlichen Forderungen und sichern so den Zahlungsfluss Ihrer Einrichtung.
Das Webinar behandelt die zentralen Fragen des Forderungsmanagements entlang des gesamten Ablaufs von der Mahnung bis zur Beitreibung.
- Worin unterscheiden sich öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Forderungen in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe
- Wie läuft ein rechtssicheres Mahnverfahren Schritt für Schritt ab
- Wann und wie werden Mahnungen erstellt und Mahngebühren angesetzt
- Wie berechnen und wenden Sie Säumniszuschläge und Verzugszinsen korrekt an
- Welche Schritte sind zur Einleitung der Zwangsvollstreckung erforderlich
- Welche Rolle spielen Leistungsbescheid und Vollstreckungsanordnung
- Wie gestalten Sie Stundung, Niederschlagung und Erlass von Forderungen rechtssicher
- Welche Voraussetzungen und Nachweise verlangen diese Entscheidungen
- Wie erkennen und behandeln Sie zweifelhafte und uneinbringlich gewordene Forderungen
- Welche Vollstreckungsmaßnahmen stehen zur Verfügung und wann sind sie geeignet
- Wie sichern Sie Fristen, Verjährung und Bestandskraft von Bescheiden
- Wie dokumentieren Sie Ihre Entscheidungen prüfsicher
- Wie vermeiden Sie typische Fehlerquellen bei der Beitreibung von Kostenbeiträgen
Nach dem Webinar können Sie die folgenden Aufgaben sicher bewältigen.
- Sie erstellen Mahnungen korrekt und fristgerecht
- Sie berechnen Mahngebühren und Verzugszinsen zutreffend
- Sie leiten Vollstreckungsmaßnahmen strukturiert ein
- Sie treffen begründete Entscheidungen zu Stundung, Niederschlagung und Erlass
Referent*innen:
Die Referent*innen nehmen sich Zeit für Ihre individuellen Fragestellungen und gehen gezielt auf Fälle aus Ihrer Praxis ein. Sie können Ihre Fragen bereits vorab schriftlich einreichen, damit diese im Webinar aufgegriffen und fundiert beantwortet werden können.
Methoden
Das Webinar verbindet fachliche Vorträge mit gemeinsamer Diskussion und zahlreichen Praxis- und Fallbeispielen. Anhand konkreter Konstellationen aus dem Forderungsmanagement werden die rechtlichen Grundlagen anschaulich vermittelt und der Transfer in Ihren Arbeitsalltag unterstützt. Es bleibt ausreichend Raum für den Austausch und für Ihre Fragen.
Zielgruppe
Das Webinar richtet sich an Beschäftigte im Kassen- und Rechnungswesen, in der Kämmerei und in der Finanzbuchhaltung, die mit dem Forderungsmanagement in der Kinder- und Jugendhilfe betraut sind. Angesprochen sind Fachkräfte bei Leistungserbringern und bei Trägern der öffentlichen Jugendhilfe sowie alle Mitarbeiter*innen, die Kostenbeiträge festsetzen, mahnen oder beitreiben. Die Inhalte sind bundeslandübergreifend nutzbar und für Teilnehmer*innen aus allen Bundesländern geeignet.