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Dienstplan und Arbeitszeit in stationären HzE-Einrichtungen: Rechtliche Grundlagen und Gestaltungsspielräume

So verzahnen Sie Personalplanung, Betriebserlaubnis und Entgelt

Programm

Ein rechtssicherer Dienstplan entscheidet in stationären Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung darüber, ob Betreuung verlässlich gelingt, Betriebserlaubnis und Wirtschaftlichkeit gewahrt bleiben und Ihre Mitarbeiter*innen langfristig gesund und motiviert arbeiten.

Die Dienstplangestaltung in Wohngruppen und stationären Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe steht unter besonderem Druck. Rund um die Uhr müssen Betreuung, Nachtdienst und Bereitschaft abgedeckt werden, während zugleich das Arbeitszeitgesetz mit Höchstarbeitszeiten, Ruhezeiten und Pausenregelungen sowie die Vorgaben zu Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft strikt einzuhalten sind. Fachkräftemangel, Ausfallzeiten und schwankende Belegung verschärfen die Lage zusätzlich.

Zentrale Bedeutung hat dabei die Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII. Der Träger der öffentlichen Jugendhilfe knüpft die Erlaubnis an personelle Mindestanforderungen, die sich unmittelbar im Dienstplan niederschlagen müssen, etwa hinsichtlich Fachkraftquote, Präsenz in der Nacht und ausreichender Personalausstattung zum Wohl der betreuten jungen Menschen. Ein Dienstplan, der arbeitsrechtlich fehlerhaft aufgestellt ist oder die vereinbarte Personaldichte nicht abbildet, gefährdet damit nicht nur den Gesundheitsschutz der Beschäftigten, sondern auch die ordnungsrechtliche Grundlage des Betriebs.

Hinzu kommt die betriebswirtschaftliche und finanzielle Dimension. Personalkosten bilden den größten Kostenblock, und die im Rahmen der Entgeltverhandlungen mit dem Leistungsträger kalkulierten Personalschlüssel und Nebenzeiten müssen mit dem realen Dienstplan übereinstimmen. Zwischen fachlicher Kontinuität, arbeitsrechtlichen Grenzen und wirtschaftlicher Tragfähigkeit entstehen Zielkonflikte, die als Leistungserbringer bewusst gesteuert werden wollen.

In diesem Webinar erhalten Sie das rechtliche und betriebswirtschaftliche Rüstzeug, um Dienstpläne rechtssicher, wirtschaftlich und fachlich tragfähig zu gestalten. Sie lernen, arbeitszeitrechtliche Spielräume auszuschöpfen, Bereitschafts- und Nachtdienstmodelle korrekt einzuordnen und die Vorgaben der Betriebserlaubnis sauber mit Ihrer Personalkalkulation und Finanzierung zu verzahnen.

Das Webinar behandelt die folgenden Schwerpunkte praxisnah und anhand konkreter Fallkonstellationen.

  • Grundlagen des Arbeitszeitgesetzes für stationäre Angebote der Kinder- und Jugendhilfe
  • Abgrenzung von Vollarbeit, Arbeitsbereitschaft, Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft
  • Wie gestalten Sie Nachtbereitschaft und Nachtwache arbeitszeitrechtlich korrekt
  • Höchstarbeitszeiten, Ruhezeiten und Pausenregelungen im Schichtbetrieb
  • Welche Öffnungs- und Ausnahmeregelungen bieten Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen
  • Umgang mit Ausfallzeiten, Springerkonzepten und kurzfristigen Dienstplanänderungen
  • Arbeitszeitkonten, Überstunden und Zuschläge rechtssicher abbilden
  • Personelle Anforderungen der Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII im Dienstplan
  • Wie verzahnen Sie Fachkraftgebot und Nachtpräsenz mit der Personalplanung
  • Betriebswirtschaftliche Steuerung der Personalkosten als größtem Kostenblock
  • Wie bringen Sie kalkulierte Personalschlüssel mit dem realen Dienstplan in Einklang
  • Zusammenhang von Dienstplan, Entgeltverhandlung und Finanzierung mit dem Leistungsträger
  • Welche Risiken drohen bei Verstößen gegen Arbeitszeitrecht und Betriebserlaubnis
  • Dokumentation, Nachweisführung und Umgang mit Prüfungen der Aufsichtsbehörde

Sie erreichen mit dem Webinar insbesondere folgende Ziele.

  • Sie gestalten Dienstpläne, die arbeitsrechtlich, ordnungsrechtlich und wirtschaftlich standhalten
  • Sie erkennen und nutzen die vorhandenen Gestaltungsspielräume gezielt
  • Sie vermeiden typische Fehler bei Bereitschafts- und Nachtdienstmodellen
  • Sie verbinden Personalplanung, Betriebserlaubnis und Finanzierung zu einem stimmigen Konzept

Referent*innen:

Dr. Frank Plaßmeyer
Michael Braksiek

Dr. Frank Plaßmeyer: Dipl. Betriebswirt, Geschäftsführender Gesellschafter der IJOS GmbH

Michael Braksiek: Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Fachanwalt für Steuerrecht, Dozent

Die Referent*innen nehmen sich bewusst Zeit für Ihre individuellen Fragestellungen und die Besonderheiten Ihrer Einrichtung. Gern können Sie Ihre Fragen bereits vorab schriftlich einreichen, damit diese im Webinar gezielt aufgegriffen und anhand konkreter Beispiele beantwortet werden können.

Methoden

Das Webinar verbindet fachliche Vorträge mit moderierten Diskussionen und arbeitet durchgängig mit zahlreichen Praxis- und Fallbeispielen aus dem Alltag stationärer Einrichtungen. Rechtliche Grundlagen werden verständlich aufbereitet und unmittelbar auf typische Dienstplansituationen übertragen, sodass Sie den direkten Bezug zu Ihrer eigenen Praxis herstellen und eigene Fragestellungen einbringen können.

Zielgruppe

Das Webinar richtet sich an Leitungskräfte, Personalverantwortliche, Fachkräfte der Dienstplanung sowie an kaufmännische und pädagogische Leitungen von Leistungserbringern in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere in Wohngruppen und Angeboten der Hilfen zur Erziehung. Angesprochen sind ebenso Geschäftsführungen und Verantwortliche, die Personalkalkulation, Entgeltverhandlungen und Betriebserlaubnis in einer Hand zusammenführen. Auch für Gründer*innen, die ein neues stationäres Angebot aufbauen, ist das Webinar gut geeignet, da es die Verbindung von Arbeitszeitrecht, ordnungsrechtlichen Anforderungen und Finanzierung von Beginn an vermittelt. Eine Teilnahme ist ohne juristische Vorkenntnisse möglich.

Ablauf:

10.00 UhrDas Live-Webinar beginnt pünktlich um 10.00 Uhr und endet um ca. 11.30 Uhr. Im letzten Teil werden individuelle Fragen der Teilnehmer*innen beantwortet.
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Buchungsvorschau

Dienstplan und Arbeitszeit in stationären HzE-Einrichtungen: Rechtliche Grundlagen und Gestaltungsspielräume
Live-Webinar: 23.02.2027, 09:50–11:30 · Online
Fobi-ID: Fobi-2027-1307
1 × Teilnahme128,00 €
Summe:128,00 €
Umsatzsteuerfrei gemäß § 4 Nr. 21 UStG (berufliche Fort- und Weiterbildung).
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